Start Klassen Klassenstufe 9 Dinkelsbühl 2. Weltkrieg
Dinkelsbühl 2. Weltkrieg PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfram Jacobsen   
Donnerstag, den 17. Oktober 2013 um 20:57 Uhr

 „Wie erlebten Dinkelsbühler den Zweiten Weltkrieg?“

 

 

(… - sowohl zuhause in der Wörnitzstadt als auch im Kriegsgeschehen fern der Heimat)
 
So lautete die Frage der Neuntklässler unserer Mittelschule an Passanten in der Dinkelsbühler Altstadt. Bei einer Straßenumfrage am 27.9.2013 erkundeten Schüler der Klasse 9a erstaunliche Episoden aus den Jahren 1939 bis 1945.
 1.jpg
(Foto 1 / Laura und Elvira)
 
Hier einige Ergebnisse unserer Befragung:
Ø  Auch wenn heutzutage manche diese Tatsache einfach weg lügen wollen, es war so: Dinkelsbühl wurde zum Teil überflutet von Hakenkreuz-Fahnen und Nazi-Flyern.
Ø  Tiefflieger der Nationalsozialisten haben Flugblätter über DKB regnen lassen mit dem Text: „Rothenburg, du altes Nest. Wir holen dich zum Osterfest.“  Oder: „Dinkelsbühl wollen wir schonen und nach dem Krieg darin wohnen.“
Ø  Am Münster beim Madonnen Portal schlug eine Bombe ein. Ebenso am Bahnhof, wo eine Frau tödlich verunglückte. Das Segringer Tor wurde zerstört und abgerissen. Kinder wurden im Rathaus eingesperrt. Der Obere Mauerweg wurde als Luftschutz- keller umfunktioniert, der heute ein Bierkeller ist. Außerdem wurde die Wörnitzbrücke mehr „schlecht als recht“ gesprengt.
 
 2.jpg
(Foto 2 /  Linda und Larissa)
 
Ø  Die meisten Männer im Alter von 15 bis 60 Jahren waren ausgezogen und haben gekämpft – in der Luft und auch am Boden. Manche haben den Bombenlärm mit 4 Jahren erlebt und haben diese schrecklichen Geräusche heute noch „im Ohr“.
Ø  Es gab viele Verletzte und gleichzeitig einen großen Mangel an Medizin.  Deshalb starben auch viele bzw. wurden gar nicht behandelt. Viele tragen heute noch psychische und physische  Schäden.
Ø  Das letzte Kriegsopfer aus DKB kam aus Sinnbronn. Ihm wurde das Bein weg geschossen, obwohl dort schon Waffenstillstand war.
Ø  Im Rathaus wurden damals „Feuerwerkskörper“ gelagert, die von 10 Soldaten bewacht werden sollten. Aus Versehen wurden diese Waffen (durch eine Zigaretten- kippe?) entflammt. Es gab dabei nur einen Überlebenden.
 3.jpg
 
(Foto 3 / Patrick und Sergej)
 
Im Anschluss an diese Erkundung in Zweier-Teams begab sich die ganze Klasse zum Haus der Geschichte und besuchte die Sonderausstellung „Der Hesselberg – ein >heiliger< Ort der Täter“. Hier erfuhren wir noch eine Menge darüber…
 
Ø  … warum der Hesselberg für die Nationalsozialisten so wichtig war
Ø  … welche Großveranstaltungen dort auch natürlich Dinkelsbühler besuchten
Ø  … wie man sich so fühlt, wenn man „über“ anderen stehen und auf andere herab
sehen kann (um so ein Gefühl für den Mythos Hessel-BERG zu bekommen)
 4.jpg
 
(Foto 4 / Eduard und Frau Metzner)
Alles in allem waren Schüler und Lehrer tief bewegt von allem Gehörten und Gesehenen.
Wir haben eine Ahnung davon bekommen, was Dinkelsbühler während dem Zweiten Weltkrieg durchmachen mussten. Und wir haben dies in einer kleinen Fotoausstellung vor unserem Klassenzimmer in der Mittelschule dokumentiert, um anderen davon zu erzählen.
 5.jpg
(Foto 5 / Gruppenbild)
 
Schaut doch einfach mal bei uns vorbei und schaut diese Bilder euch an! – Aber noch ein Tipp zuvor: Auf dem Weg zu uns könnten zwei Denkmäler von Interesse sein: Eine Gedenktafel der Kriegsopfer im St.Georgs-Münster (gleich links hinter dem Haupteingang) sowie diese Gedenktafel in einer Minikapelle unterhalb des Segringer Tors …
6.jpg 
(Foto 6 / Zukunft braucht Erinnerung)
 
Was heißt das für uns „jungen Dinkelsbühler“ heute? – Wir laden ein zum Gespräch.
                                                                                                                                            
Im Namen der Klasse 9a der Hans-von-Raumer Mittelschule Dinkelsbühl
 

 

                                                               Wolfram Jacobsen (Klassenlehrer)

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Oktober 2013 um 22:42 Uhr